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Wenn Staaten überschuldet sind und private Investoren neue Kredite verweigern, gibt es zwei Möglichkeiten, um den Staatsbankrott zu vermeiden: Entweder sie ziehen sich selbst aus der Patsche, indem sie radikal sparen, oder sie erhalten Hilfe von außen. Beide Wege haben aus ökonomischer Sicht unerwünschte Nebenwirkungen: Ein drastischer Sparkurs treibt das Land in eine Rezession, durch die sich die Überschuldung kurzfristig noch weiter erhöht. Externe Hilfe wiederum führt oft dazu, dass ein Land zu wenig tut, um die Ursachen seiner Misswirtschaft zu bekämpfen. Dieser “moral hazard” fördert Verantwortungslosigkeit und legt den Grundstein für zukünftige Krisen. Seit Beginn der Schuldenkrise in der Eurozone haben die Europäer einen Mittelweg zwischen diesen beiden unbefriedigenden Optionen eingeschlagen: Die überschuldeten Länder erhalten Hilfe, müssen aber selbst zu ihrer finanziellen Sanierung entscheidend beitragen. Deshalb gab es von europäischer Seite zuerst bilaterale Kredite, dann den temporären Rettungsschirm EFSF und nun den ESM plus Bankenunion – und dazu […]

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